Kirche darf konfessionslosen Bewerber nicht einfach abweisen

Das Arbeitsgericht Aachen hat entschieden, dass ein kirchlicher Arbeitgeber einen Bewerber nicht pauschal aufgrund seiner Konfessionslosigkeit ablehnen darf. Dieser werde dadurch diskriminiert. 

 

Ein Krankenpfleger hatte sich im Sommer 2011 auf eine ausgeschriebene Stelle eines in katholischer Trägerschaft stehenden Hospitals beworben. Obwohl er über eine fachlich ausreichende Qualifizierung verfügte, wurde er mit Verweis auf seine Konfessionslosigkeit nicht eingestellt.

 

Der Krankenpfleger berief sich auf den Allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz und klagte auf Entschädigung.

 

Das Arbeitsgericht Aachen verurteilte die katholische Kirchengemeinde als Arbeitgeber daraufhin mit Urteil vom 14.12.2012 dazu, an den Krankenpfleger eine Entschädigung in Höhe von 3.000,00 EUR zu zahlen.

 

Das Gericht qualifizierte die Ablehnung des fachlich für die Stelle als Intensivkrankenpfleger qualifizierten Bewerbers als Diskriminierung. Die Kirche dürfe nicht "bis ins Unendliche" ihre Mitglieder bevorzugen und nur dann auf andere Bewerber zurückgreifen, wenn sie anders keine findet.

 

Auch das kirchliche Selbstbestimmungsrecht, das für die Religionsgemeinschaften in Deutschland gilt, ändert an der Auffassung der Kammer nichts. Diesbezüglich führte das Gericht aus, dass der Pfleger von seinem Berufsbild her nichts mit der Vermittlung von Religion zu tun habe. Deshalb würde hier die Maßgabe der Allgemeinen Gleichbehandlung greifen.

 

 

Arbeitsgericht Aachen - Urteil vom 14.12.2012

Az.: 2 Ca 4226/11

 

 

 

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