Ausführliche Projektbeschreibung

  • Was wäre Kirche ohne Kirchenmusik?
     
  • Was wäre die Kirchenmusik ohne Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker?
     
  • Wer sind die Menschen, die im Ehren-, Neben- oder Hauptamt die Kirchenmusik in unseren Gemeinden verantworten, sei es im gottesdienstlichen Orgelspiel, in der Leitung von Kirchen-,  Gospel- oder Posaunenchören, Kinderchören, Instrumentalkreisen oder Bands sowie in der Durchführung von Kirchenkonzerten?
    Was motiviert sie dazu, das Evangelium auf vielfältige Weise mit musikalischen Mitteln zu verkündigen, einen bedeutenden Beitrag zum Gemeindeaufbau innerkirchlich wie auch zum gesellschaftlichen Leben insgesamt zu leisten und vor Ort bzw. in den Regionen beachtliche kulturelle Akzente zu setzen?

 

Diese und viele weitere Fragen stellen sich bei dem Blick auf die Situation von Kirchenmusik in unserer Landeskirche. Zweifellos stellt die Kirchenmusik einen wichtigen Faktor der öffentlichen Wahrnehmung von Kirche dar und entfaltet bindende Wirkung in Kirche und Gemeinde hinein. Sie bietet - gerade im hauptamtlichen Bereich - dem Stelleninhaber vielfältige Möglichkeiten der künstlerischen Entfaltung.

 

Und doch droht der Kirchenmusik ein gravierender Nachwuchsmangel, und es zeichnet sich darüber hinaus ein signifikanter Wandel hinsichtlich der Erwartungen und Ansprüche an diejenigen ab, die im Haupt- und Nebenamt kirchenmusikalischen Dienst tun.

 

Prozentual liegt der Anteil hauptamtlicher Stellen in den Gemeinden bei etwa 10%, derjenige der nebenamtlichen entsprechend bei ca. 90% innerhalb der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und auf EKD-Ebene. Während die Anstellungssituation im kirchenmusikalischen Hauptamt (A- und B-Stellen) bekannt ist, liegen für die Tätigkeit im Ehren- und im Nebenamt keine verlässlichen Zahlen vor bezüglich des Umfangs der Tätigkeit, der Qualifikation und dem Alter des Dienstnehmers.

 

So ist es durchaus möglich, dass beispielsweise an einer einzigen kirchenmusikalischen Stelle ein Organist, ein Chorleiter sowie ein Posaunenchorleiter tätig sind und diese teilweise das Rentenalter längst erreicht haben. Im neben- und ehrenamtlichen Bereich gibt es zudem viele Tätige ohne kirchliche Anstellung bzw. vertragliche Bindung.

 

Der Verband ev. Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V. hat in Zusammenarbeit mit der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers eine wissenschaftlich begleitete Befragung aller kirchenmusikalisch Tätigen in der Landeskirche durchgeführt.

 

Ziel der Umfrage war eine Erfassung von biografischen Daten, der Anstellungsträgerschaft, fachlicher Qualifikation, Einschätzung der Ausstattung des Arbeitsplatzes, Berufszufriedenheit sowie Vernetzung der Arbeit und Motivation zu Fort- und Weiterbildung.

 

Durch die Studie soll die Diskussion von Zukunftsfragen der Kirchenmusik in kirchen- oder gemeindeleitenden Organen, Verbänden und Politik auf eine breite und fundierte Basis gestellt werden.

 

Für die Ev.-.luth. Landeskirche Hannovers sind darüber hinaus Erkenntnisse zur sozio-kulturellen Bedeutung der Kirchenmusik im ländlichen Raum bzw. in verschiedenen gesellschaftlichen Milieus ebenso von großem Interesse wie Impulse für den Bereich der Aus- und Fortbildung, für die Stellenplanung und die Nachwuchsgewinnung.

 

Das zuständige Referat wird die Ergebnisse der Studie den landeskirchlichen Gremien und Ausschüssen sowie kirchenmusikalischen Ausbildungsstätten vorstellen und diskutieren.

 

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Frau Prof. Susanne Keuchel (Direktorin der Akademie Remscheid, Honorarprofessorin am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim sowie Dozentin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg) hat Herr Thomas Renz (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturpolitik Hildesheim) unter Mithilfe des Kirchenmusikerverbandes die Umfrage in Form einer „quantitativen Befragung“ und einer „qualitativen Befragung im Kontext einer Typologisierung“ an der Stiftungsuniversität Hildesheim durchgeführt.